Partizipation

Der Klassenrat

Erziehung zu sozialem Verhalten und die Vermittlung von Verantwortungsbewusstsein für sich selbst und für andere stellen zentrale Aufgaben unserer Arbeit dar.

Daher ist an unserer Schule der Klassenrat ab dem zweiten Schuljahr verbindlicher Teil des Unterrichtes. Im Klassenrat können in vertrautem Rahmen und mit einer vorgegebenen Struktur Angelegenheiten der Klasse oder einzelner Kinder besprochen werden.

Im Klassenratsbuch können die Kinder Themen notieren, die sie gern besprechen möchten. Das können Streitigkeiten zwischen einzelnen Kindern sein, die diese allein nicht mehr beilegen können, oder auch Themen, die alle betreffen, wie zum Beispiel die Lautstärke im Unterricht, die Sitzordnung oder die Sauberkeit auf den Toiletten.

Einmal in der Woche tagt dann der Klassenrat. Zu Beginn wird er vom Lehrer oder der Lehrerin (in der Regel der Klassenlehrer oder Klassenlehrerin) geleitet und protokolliert. Weitere Aufgaben hingegen – wie Ruhe- oder Zeitwächter – können schon bald an die Kinder abgegeben werden.

Der Klassenrat hat einen festen Ablauf:

  1. Positivrunde
  2. Reflektieren der Ergebnisse der letzten Sitzung
  3. Sammeln der neuen Anliegen
  4. Besprechen der Anliegen
  5. Lösungsfindung
  6. Protokoll

Besonderer Wert wird im Klassenrat auf die Einhaltung der Gesprächsregeln gelegt. Außerdem müssen die Kinder lernen, dass der Klassenrat kein Bestrafungsinstrument ist oder ein Forum, sich über andere oder über Missstände zu beschweren – es geht darum, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und festzuhalten, mit denen sich alle Betroffenen einverstanden zeigen.

Im Laufe des dritten Schuljahres können das Protokoll und die Leitung der Sitzung an die Kinder abgegeben werden – natürlich immer begleitet und unterstützt vom Lehrer.

Der Klassenrat kommt dem Bedürfnis der Kinder entgegen, sich wahrgenommen, akzeptiert und einer Gemeinschaft zugehörig zu fühlen. Sie erlernen hier, ihre Meinung sachlich und freundlich zu äußern und erfahren, dass diese Meinung gehört und ernstgenommen wird. Andersherum gilt natürlich, dass jeder auch lernen muss, andere Meinungen zu respektieren.

Anliegen der Klasse werden besprochen und gemeinsam entschieden. So werden schon hier demokratische Strukturen erlernt, was eine wichtige Voraussetzung ist, um ein mündiges Mitglied unserer Gesellschaft werden zu können.

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